Insulinresistenz
Übergewicht gilt als typisches Begleitphänomen eines PCO-Syndroms, obwohl es nicht immer vorhanden sein muss. Es gilt als wissenschaftlich bewiesen, dass das Übergewicht selbst sogar die Hauptursache für das Auftreten des PCO-Syndroms ist. Es ist ebenso erwiesen, dass Übergewicht neben genetischen Ursachen das Entstehen einer Insulinresistenz fördert.Der Ausdruck „Insulinresistenz“ ist sicher irreführend, denn im Wesentlichen ist die Ursache das Nicht-Ansprechen des sogenannten peripheren Insulinrezeptors. Dadurch wird zu wenig Zucker in die Zelle eingeschleust, den die Zelle zur Energieversorgung benötigt. Da dadurch der Blutzuckerspiegel ständig ansteigt, bildet die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin. Dadurch steigt der Insulinspiegel im Blut ständig an, bis irgendwann die Bauchspeicheldrüse die Mehrproduktion nicht mehr schafft und ein sogenannter Typ-II-Diabetes entsteht.
Da Insulin die Ausschüttung von LH(=luteotropes Hormon) aus der Hypophyse fördert, aber im Eierstock die Bildung von Progesteron gestört ist, werden stattdessen mehr männliche Hormone gebildet. Freie männliche Sexualhormone werden im Körper an ein bestimmtes Eiweißmolekül, das SHBG=Sexual-Hormon-Bindendes-Globulin, gebunden. Dieses SHBG entsteht in der Leber und hängt im vom Östrogenspiegel, aber auch vom Insulinspiegel ab. Je höher der Insulinspiegel, umso weniger SHGB wird gebildet und umso höher steigen die Blutwerte der freien männlichen Sexualhormone. Dies führt zu deutlich erkennbaren äußerlichen Veränderungen wie Hautstörungen, Zunahme der Körper- und Gesichtsbehaarung. Je weniger SHGB gebildet wird, umso höher steigen die Hormonspiegel der männlichen Sexualhormone an und umso mehr prägt sich das PCO-Syndrom aus.
Daraus ist erkennbar, dass das wesentliche Ziel der Therapie des PCO-Syndroms darin liegt, die Insulinresistenz zu durchbrechen und die Produktion männlicher Sexualhormone zu unterdrücken.
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