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Gelbkörper(hormon)-Schwäche

Wohl eine der häufigsten Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit stellt die sogenannte „Gelbkörper(hormon)schwäche“ oder „Corpus-luteum-Insuffizienz“ dar. Bei dieser Störung findet ein ganz normaler Eisprung statt, aber es bildet sich aus dem Eibett kein richtig funktionierender Gelbkörper=Corpus-luteum.

Das Im Corpus-luteum gebildete Gelbkörperhormon=Progesteron trägt die entscheidende Verantwortung dafür, dass sich das befruchtete Ei weiterentwickelt und nach der Wanderung durch den Eileiter in der Gebärmutter einnisten kann. Wird Progesteron nur ungenügend gebildet, dann sind die Bedingungen für die Erhaltung der Schwangerschaft äußerst ungünstig und es kann sehr leicht zu einer Fehlgeburt=Abort kommen.

Auf eine Gelbkörperfunktionsstörung können schon die Angaben über den Zyklus hinweisen: verkürzte Zyklen, Zwischenblutungen, schmerzhafte Regelblutungen. Typische Hinweise liefert immer die Messung der Körpertemperatur. Schauen Sie sich die Beispielkurven an anderer Stelle meiner Webseite mal an. Der endgültige Beweis erfolgt durch gezielte Progesteronbestimmung aus dem Blut etwa 3 Tage nach gesichertem Eisprung und durch eine zweite PG-Bestimmung 10 Tage später.

Da der Gelbkörper aus dem gesprungenen Eibläschen entsteht, ist eine gestörte Gelbkörperbildung auch ein Hinweis und die Folge einer gestörten Eireifung, sodass die erfolgreiche Behandlung einer Gelbkörperhormonstörung bereits in der Follikelreifungsphase, also der Reifungszeit des Eibläschens erfolgen sollte. Da die Eireifung von der Östrogenmenge abhängt, die dem wachsenden Ei im Eierstock zur Verfügung gestellt wird, führt eine hormonbelle Behandlung im unmittelbaren Anschluss an das Ende der Periode zu einer besseren Eireifung und damit auch zu einer besseren Gelbkörperfunktion, die dann ebenfalls noch mit körperidentischem Progesteron unterstützt werden kann.

Eine spezielle Art der Gelbkörperschwäche nennt sich LUF=Luteinisierter-Unrupturierter-Follikel. Dabei handelt es um einen Follikel, der zwar normal gereift ist, aber am Eisprungstermin nicht platzt und dadurch die Eizelle nicht freilässt, sodass im Ultraschall eine Art Zyste zurückbleibt. Dieses Phänomen ist nicht allzu selten (ca. 5 %); aber es wiederholt sich nicht ständig, sondern tritt nur ab und zu auf (in etwa 1 von 10 aufeinander folgenden Zyklen). Das LUF-Phänomen ist also nicht allzu häufig Ursache für eine Sterilität, scheint aber bei Frauen mit Endometriose etwas gehäuft aufzutreten.

Typisch für ein LUF-Syndrom sind verlängerte Zyklen (infolge der Zystenbildung) bei oft völlig normalen Gelbkörperwerten. Andere hormonelle Störungen, die zu Unfruchtbarkeit führen und den Eisprung sogar komplett unterdrücken, können, sind erhöhter Prolaktin-Hormonspiegel (das ist das Milch-produzierende-Hormon) und erhöhte männliche Sexualhormonspiegel, die aber meist nur zu einer Eireifungsstörung mit nachfolgendem Progesteronmangel führen.

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