Antikörper-Desensibilisierung bei Unfruchtbarkeit
Eine anscheinend immer häufiger werdende Ursache ungewollter Kinderlosigkeit stellen Spermaantikörper dar. Das heißt, dass das weibliche Immunsystem Antikörper gegen männliche Spermien, manchmal nur gegen die Spermien des Ehemannes, manchmal aber auch generell gegen alle Spermien aktive Antikörper bildet. Diese Antikörper inaktivieren die Spermien, sodass sie unbeweglich werden und den Weg durch die Gebärmutter und die Eileiter nicht lebend schaffen, sodass die Eizelle nicht mehr befruchtet werden kann.Die wahrscheinlichste Ursache ist in der Einnahme der Pille zu sehen und dem dadurch möglichen ungeschützten Verkehr, so dass ständiger Kontakt des weiblichen Organismus mit Fremdeiweiß (Spermien) zu einer enormen Zunahme von Spermienantikörpern führt. Interessant ist, dass möglicherweise auch unklare rheumatische Entzündungen bei jungen Frauen, die immer wieder nach dem Verkehr auftreten, ihre Ursache im Vorhandensein von Sperma-Antikörpern haben.
Auch der Mann kann Antikörper gegen seine eigenen Spermien bilden, was ebenfalls immer häufiger festgestellt wird. Eine richtige Erklärung dafür gibt es noch nicht.
Der Verdacht wird gestellt im Spermiogramm, wenn zwar normal geformte und normale Spermienzahlen, aber keine beweglichen Spermien gefunden werden. Unbewegliche Spermien sind absolut zeugungsunfähig.
Eine andere sehr häufige Ursache für unbewegliche Spermien sind beim Mann ungeklärte Infektionen: Zähne, Zahnfleisch, Nasennebenhöhlen, Samenbläschen, Nebenhoden.
Therapie:
Die Therapie immunologischer Erkrankungen ist im Prinzip (wie bei einer Pollenallergie) immer gleich: das Verfahren nennt sich Desensibilisierung. Die Therapie muss von Spezialisten durchgeführt werden (Kinderwunsch-Zentren, Universitäts-Kliniken). Bei der Frau werden spezifisch aufgearbeitete weiße Blutkörperchen des Ehemannes unter die haut gespritzt (muß unter klinischer Kontrolle erfolgen, da unter sehr seltenen Umständen akute allergische Reaktionen auftreten, die, wenn sie sofort behandelt werden, harmlos sind. Dadurch entwickelt das Immunsystem der Frau schon nach einigen Wochen Antikörper gegen die Spermienantikörper und das Eintreten einer Befruchtung wird möglich.NB:
Grundsätzlich gilt als Empfehlung für den Mann, bei dem schlecht bewegliche Spermien gefunden werden, aber auch für die Frau, um die Beweglichkeit der Flimmerhaare in den Eileitern zu aktivieren:Verzicht auf Nikotin, Einschränkung des Alkohol-Konsums
Einnahme von Zink, Vitamin E, Carnitin, Vitamin C
Zahnsanierung (auch das aus alten Amalgam-Füllungen freiwerdende Quecksilber ist ein hochwirksamer Spermienkiller)
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