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Hormone und Gewichtszunahme.

Wohl eines der sich am hartnäckigsten haltenden Gerüchte ist die Behauptung, dass Frauen erst durch die Anwendung einer HET (= Hormonersatzbehandlung) zunehmen. Im Gegenteil gilt es heute als erwiesen, dass die durchschnittliche Gewichts-zunahme bei Frauen, die keine Hormonersatztherapie anwenden, deutlich höher ist als bei Frauen, die eine HET anwenden.

Unter dem Einfluss der Sexualhormone werden bei Mann und Frau die Nahrungs- und Körperfette das ganze Leben lang unterschiedlich im Körper verteilt. Die dazu erforderlichen Enzyme werden vor allem durch die Androgene (=männlichen Hormone, die auch von der Frau, allerdings in geringerem Maße als beim Mann, gebildet werden) hormonell aktiviert.

Die nachlassende Testosteronbildung in den Eierstöcken als Folge der Wechseljahre führt bei sehr vielen Frauen zu einer ständigen Zunahme des Fettgewebes im Bauch- und Beckengürtelbereich.

Eine andere Ursache liegt darin, dass die Nebennieren eine Hormonvorstufe, das DHEA = Dehydroepiandrosteron, nicht mehr ausreichend bilden und statt dessen vermehrt Kortisol (das sog. Stresshormon) freigesetzt wird. Aus DHEA wird im gesunden Eierstock das Östrogen, das Testosteron und das Progesteron gebildet. Vermehrt freigesetztes Kortison fördert den Fettansatz und die Gewichtszunahme. Da die Eierstöcke kein Testosteron mehr bilden, entsteht aus den Hormonvorstufen, die die Nebenniere liefert, vermehrt extrem potente Testosteron-Varianten (das Dihydrotestosteron), das den Fettansatz noch fördert, außerdem für vermehrten Haarwuchs am Körper und im Gesicht, das Tieferwerden der Stimme, Unreinheiten der Haut, hohen Blutdruck, Veränderungen des Blutzuckerspiegels (Typ-II-Diabetes) und vieles andere mehr mit verantwortlich ist.

Unter körperlicher Anstrengung und auch unter Stress wird normalerweise viel mehr Energie verbraucht. Unter Stress bildet der Körper ein anderes Hormon: das Adrenalin. Dieses Adrenalin fördert die Fettverbrennung, braucht aber zur Wirkung Testosteron.

Ein anderes Hormon nimmt in den WJ deutlich und ständig ab: das Wachstumshormon STH. Auch dieses Hormon spielt beim Fettabbau des Körpers eine große Rolle. Die massiven hormonellen Veränderungen sind die Ursache dafür, dass viele Frauen in den WJ trotz bewussterer Ernährung und Sport einfach nicht mehr abnehmen können.

Eine zielgerechte Hormonbehandlung in Verbindung mit einer optimalen Ernährungs- und Fitnessberatung bedeutet für viele Frauen in den Wechseljahren einen Ausweg aus dem Dilemma ständiger Gewichtszunahme.

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