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Hormonbehandlung und Diabetes mellitus.

Durch den entstehenden Östrogenmangel in der Postmenopause kommt es zu einem relativen Überwiegen der ovariellen und adrenalen Androgene. Dies schlägt sich in einer Reduktion der SHBG-Sekretion nieder. Dadurch kommt es in der Peripherie zu einer verstärkten Wirksamkeit der Androgene, die die Insulinrezeptoren besetzen und zu einer Insulinresistenz führen. Als Ausdruck dieser Insulinresistenz steigen die Insulinspiegel im Blut an.

Eine Östrogenzufuhr bewirkt durch die Stimulation des SHBG in der Leber eine Reduktion der biologisch aktiven Androgene und damit eine Deblockade der Insulinrezeptoren. Die Insulinresistenz wird aufgehoben.Damit wird der Ausbildung eines Altersdiabetes durch eine adäquate Substitutionstherapie begegnet.Bei bestehendem Diabetes vom Typ II kann die Stoffwechsellage verbessert werden. Allerdings kann die Zufuhr natürlicher Östrogene eine verzögerte Insulinreaktion nach sich ziehen.

Für die Substitution beim Diabetes mellitus empfiehlt sich deshalb unbedingt die Vermeidung supraphysiologisch hoher Östrogenspiegel.

Zu favorisieren ist die orale Anwendung von Östradiol. Besondere Bedeutung kommt beim Diabetes mellitus dem Einsatz des Gestagens zu. Gestagene verändern möglicherweise die Glukosetoleranz und verursachen somit eine Insulinresistenz. Hier ist der Einsatz natürlichen Progesterons oder des ihm nahestehenden Dydrogesterons (DUPHASTON®) ratsam. Um die metabolischen Schwankungen gering zu halten, läßt sich eine niedrigdosierte Kombinationstherapie gegenüber einer Sequentialtherapie bevorzugen. Zu vermeiden sind 19-Nortestosteron-Derivate mit androgener Restwirkung, die die stärkste Beeinflussung auf den Kohlehydratstoffwechsel ausüben.

Beim Diabetes mellitus sollten konjugierte equine Östrogene ebenfalls nicht zum Einsatz kommen.

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