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Hormone und Brustkrebs

Immer wieder läuft durch die Presse, dass es bei Frauen, die über lange Jahre Östrogen- und Gestagenhormone eingenommen haben, etwas gehäuft zum Auftreten von Brustkrebserkrankungen kommt. Diese Tatsache ist statistisch signifikant bewiesen, obwohl die auftretenden Fälle zahlenmäßig eher gering sind.

Viele Frauen weltweit haben die Konsequenz daraus gezogen und die HET=Hormon-Ersatz-Therapie beendet. Und schon im ersten Jahr danach gingen die Zahlen gemeldeter Brustkrebsneuerkankungen zurück.

Diese Tatsache muss aber richtig interpretiert werden, denn sie ist eigentlich der Beweis, dass Hormone keinen Krebs auslösen, also keine kanzerogene Wirkung haben. Vielmehr muss daraus geschlossen werden, dass Hormone das Wachstum eines bereist bestehenden und entarteten Gewebes beschleunigen, so dass die Erkrankung sich schneller bemerkbar macht und schneller entdeckt und behandelt wird.

Wären Hormone ein Kanzerogen, dann müsste noch Jahre nach dem Absetzen einer HET das Neuerkrankungsrisiko erhöht bleiben. Bekanntlich entarten Zellen nicht innerhalb weniger Wochen, sondern brauchen einige Jahre, um zu entarten.

Sicher darf auch die Tatsache, dass die HET das Tumorwachstum beschleunigt, nicht einfach als Bagatelle vom Tisch gewischt werden, auch nicht, wenn alle Hinweise dafür sprechen, dass die Tumoren unter einer HET offensichtlich in einem früheren und günstigeren Stadium entdeckt werden.

Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen, dass die HET keine Alltagstherapie für Frauen in den WJ sein darf, nur weil Regelstörungen oder Unpässlichkeiten bestehen. Auch wenn die HET nach wie vor die wirksamste Therapie zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden darstellt, sollten Wechseljahresbeschwerden in allererster Linie natürlich behandelt werden (Phytotherapie, Akupunktur, Yoga).

Erst, wenn natürliche Mittel versagen und die Beeinträchtigung der Lebensqualität nicht mehr erträglich ist und anderweitig nicht mehr zu behandeln ist, sollte die HET, wenn möglich über einen kürzeren Zeitraum und so niedrig dosiert wie möglich, eingesetzt werden.

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