Hormone und Aldosteron
Aldosteron ist ein C21-Steroid-Hormon (das heißt, es besitzt 21 C-Atome) und wird in der „Zona glomerulosa“ der Nebennierenrinde gebildet. Es gehört zur Gruppe der Kortikosteroide und ist ein Mineralokortikoid. Es entsteht, wie die meisten Hormone, durch enzymatischen Abbau aus dem C27-Steroid Cholesterol, wobei einige hormonell sehr aktive Zwischenstufen durchlaufen werden (z.B. das PREGNENOLOL).Aldosteron wird in der Leber biologisch abgebaut und auch über die Leber ausgeschieden.
Aldosteron steigert in den Nieren die Rückresorption von Wasser und Natrium. Im Gegenzug dazu verstärkt es die Ausscheidung von Kalium. Für die Wirkung von Aldosteron ist ein so genannter „intrazellulärer Steroidrezeptor“ erforderlich. Aldosteron verändert die „Genexpression“ dafür empfänglicher Zellen.
Die Ausschüttung von Aldosteron ins Blut wird durch Angiotensin-II im Rahmen des RAAS=Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems gesteigert. Die Angiotensin-II-Bildung ist gesteigert bei Natriummangel, Abfall des Blutvolumens=Hypovolämie und Abfall der Nierendurchblutung (z.B. im Schock).
Besteht ein zu hoher Kaliumspiegel im Blut=Hyperkaliämie, so wird die Aldosteronsekretion sofort erhöht. Das ACTH=Adrenocorticotropes Hormon steigert ebenfalls die Aldosteronsekretion, die aber durch die Nieren und das RAAS moduliert wird. Da ACTH eine ausgesprochen starke tageszeitliche Rhythmik hat (genau wie Cortisol), unterliegt die Sekretion von Aldosteron deutlichen Schwankungen.
Es gibt sowohl eine krankhafte übermäßige wie verminderte Aldosteronsekretion. Krankhafte Aldosteron-Übersekretion nennt man Hyperaldosteronismus. Krankhaft verminderte Aldosteronsekretion bezeichnet man als Hypoaldosteronismus. Beim sogenannten Adrenogenitalen Syndrom wird z.B. ein Hypoaldosteronismus durch eine fehlerhafte Biosynthese des Aldosterons verursacht.
Andere Ursachen für einen Hypoaldosteronismus sind die verschiedenen Formen der Nebennierenrindeninsuffizienz.
Man unterscheidet einen primären Aldosteronmangel von einem sekundären Aldosteronmangel: Neugeborene mit einem primären Aldosteronmangel leiden an einem sogenannten Salzverlustsyndrom. Ältere Betroffene leiden an niedrigem Blutdruck.
Menschen mit einem sekundären Aldosteronmangel leiden unter anderem unter Müdigkeit, Herzrhythmusstörungen, Durchfällen, Erbrechen und verschiedenen Formen von Verwirrtheitszuständen.
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