FAQ:
Hormontabletten:Wenn Sie eine Tablette schlucken, dann muss das Medikament den Transport über den Magen, den Zwölffingerdarm und über die Leber ins Blut schaffen.
Ein Großteil der Substanz wird vor allem beim Lebertransport bereits abgebaut, und zwar bei jedem Menschen sehr individuell verschieden. Dieser "first-pass-effect" macht die Tablettentherapie etwas schwieriger als die Therapie über die Haut. Allerdings haben geschluckte Hormone den eindeutigen Vorteil, z.B. das HDL-Cholesterin (das "gute" Cholesterin) deutlich zu verbessern.
Auch das SHBG=sexualhormonbindendes-Globulin entstammt der Leber und wird unter Tabletten stärker stimuliert, was den Hormonstoffwechsel günstig beeinflußt. Allerdings schwanken die Hormonspiegel unter Tabletten allgemein etwas stärker, weil Hormone fettlöslich sind und damit auch von der aufgenommenen Nahrung bei der Resorption beeinflusst werden können.
Ich bleibe dabei, dass die "Geschichte mit dem Brustkrebs" nach wie vor sehr kontrovers ist: letzte Analysen der gleichen Studie, die vor Jahren die HET in die Kritik gebracht hat zeigen heute angeblich, dass unter einer HET die Brustkrebshäufigkeit sogar zurückgeht. Dann wurde früher gesagt, dass der Gelbkörperhormonzusatz die Therapie sicherer machen würde, heute scheint das nicht mehr zu stimmen. Gesichert ist aber, dass ein Gelbkörperhormonzusatz vor Gebärmutterkrebs schützt und allgemein, dass eine HET das Dickdarmkrebs-Risiko deutlich reduziert. So geht das jeden Tag. Mal sehen, was wir morgen wieder Neues dazu hören!!!
Vergessen wird bei der HET oft ein wichtiger Punkt: der sichere Schutz vor Osteoporose! Und nach wie vor sterben in Deutschland mehr Frauen an den Folgen eines osteoporosebedingten Oberschenkelhalsbruchs als an allen Krebserkrankungen zusammen.
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