Artikel der Fachpresse

Zehn Hinweise auf unseriösesFunctionalFood

Ärzte Zeitung Nr. 92 vom 23.05.2008, Seite 11
0175-5811


WIESBADEN (eb). Diätetische Lebensmittel, Functionalund Novel Food, Nahrungsergänzungsmittel der Bevölkerung wird ständig suggeriert, sie würde sich mangelhaft ernähren und daher solche Produkte benötigen. An diesem stetig wachsendem Markt hat, wie berichtet, Professor Martin Schulz von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) scharfe Kritik geübt.

Ungerechtfertigte Heilsversprechen, die angebliche Harmlosigkeit der Produkte und die für Laien verschwimmenden Grenzen zu Arzneimitteln könnten im Einzelfall gefährlich sein. Auch für Heilberufler ist die Situation nicht mehr übersichtlich. So würden Hersteller etwa ihre Nahrungssupplemente teilweise mit Labels wie "Exklusiv in Ihrer Apotheke" adeln und so die Seriosität von Arzneimitteln reklamieren, kritisierte Schulz, Leiter des ABDA-Bereichs Arzneimittel, beim Internisten-Kongress. Eine Möglichkeit, Hinweise auf eine fragliche Seriosität frei verkäuflicher Produkte zu erhalten, ist für Schulz die Berücksichtigung von "zehn Indizien für Quacksalberei"*.

Dazu gehören:

  • der Hinweis auf fehlendeNebenwirkungen oder fehlende Risiken -dann besteht derbegründete Verdacht, dass auch Hauptwirkungen fehlen
  • Erfolgsgarantie
  • vielseitige Wirksamkeit(Indikations-Lyrik)
  • exotische Herkunft
  • das Versprechen, das Mittelführe selbst dann zur Heilung, wenn alle Möglichkeiten der Schulmedizin ausgenützt sind
  • Erfahrungsberichte werden als "Wirksamkeitsbelege" genutzt
  • Personenkult um den Behandler
  • der Hinweis "seit Jahrzehnten bewährt"
  • Bewerbung als "wirksames" Mittel trotzdem keine Zulassungals Arzneimittel
  • Betonung auf "Ausgleich von Mängeln in der Ernährung".

* Der ausführliche Text zum Thema "Zehn Indizien für Quacksalberei - Falsche Versprechungen besser erkennen" wurde veröffentlicht in: "Gute Pillen - Schlechte Pillen / Unabhängige Informationen zu Ihrer Gesundheit / 6/2006"






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