Das sozial verträgliche Frühableben
als Fernziel der Gesundheitsreform.
oder: die Aufgabe des Arztes in der Zukunft.
Auch wenn sehr viel böse Ironie hinter dieser These steckt, und wenn noch so viele auf mir wegen meines zynischen Satzes herumhacken mögen, meine These trifft den Kern der Wahrheit wahrscheinlich mehr, als alle Berufspolitiker im Gesundheitswesen auszusprechen wagen!Im disproportionierten Zorn der Menge, für die Ärzte als Abzocker und Weißkittel außer in Fernsehserien nur mit Negativem behaftet sind, geht unter, dass das Problem der Gegenwart, nämlich die zunehmende Überalterung der Bevölkerung, trotz allen Geschreis, nur der Anfang vom Problem der Zukunft ist: Das Gesundheitswesen ist weder aus der Tasche aller, noch aus der Tasche des Einzelnen, finanzierbar.
Je früher ein Mensch auf dieser Welt "den Löffel abgibt", umso mehr Suppe bleibt für die Überlebenden übrig – so einfach ist die Rechnung. Und das weiß die neue Regierung dieses Landes genauso, wie es die alte Regierung gewusst hat, das wissen wir, die Ärzte, das wissen die Patienten, sofern sie sich die Mühe machen, ohne Klischees zu denken.
Aber laut denken, das wagt keiner!
Und laut aussprechen, das ist ein Sakrileg!
Es ist immer der erste Prophet, der die Hiebe abkriegt – dafür ist er aber auch meist der erste, der später selig geprochen wird!
30 Jahre habe ich in meiner Praxis und in der Öffentlichkeit Vorträge über "das Altern" gehalten und habe mich nie gescheut, schon früher ähnlich apokalyptische Äußerungen auch öffentlich getan zu haben. Mich hat noch nie jemand deswegen gescholten, sondern allenfalls nachdenklich mit dem Kopf geschüttelt – ohne Protest.
Obwohl ich wahrscheinlich den Hund immer wieder voll getroffen habe – mehr als ein bisschen Bellen habe ich nicht von ihm gehört!
Nach oben